Konzept

Wir legen Wert darauf, daß sich unsere Kinder selbstbewußt, selbständig und eigenverantwortlich verhalten. Wir wollen, daß die Kinder ihre Interessen und Bedürfnisse erkennen, artikulieren, verwirklichen und mit zunehmend weniger Hilfe der Erwachsenen untereinander selbst regeln lernen. Aus diesem Grund hat das Freispiel bei uns besondere Bedeutung. In der Freispielzeit kann das Kind entscheiden, was es spielen möchte, und seine Spielpartner und das Spielmaterial frei wählen. Es kann den Spielverlauf, den Ort des Geschehens und die zeitliche Dauer weitgehend selbst bestimmen. Kinder stehen im Vordergrund und werden von den Erzieherinnen unterstützend begleitet. Wir setzen Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder und bieten ihnen auch die Möglichkeit, in unbeobachteten und nicht ständig von der Erwachsenen überwachten Aktionsräumen spielerisch zu agieren. Neben dem Freispiel gibt es noch das von der Erzieherinnen oder auch einigen Eltern geplante und gezielte Angebot. Dieses kann sich sowohl auf die Großgruppe als auch auf kleinere Teilgruppen beziehen. Die Themenauswahl und die darauf aufbauende Projektplanung ist von der Situation der Kinder abhängig.

Seit dem Kindergartenjahr 2002/ 2003 führen wir im Kindergarten das Würzburger Trainingsprogramm durch. Dabei handelt es sich um ein eigens auf die Bedürfnisse von Vorschulkindern ausgerichtetes 5-monatiges Sprachförderungsprogramm als Präventivmaßnahme gegen LRS (Lese-Rechtschreibschwäche). Das auch unter dem Namen »hören, lauschen, lernen« bekannte Förderprogramm wird bereits in über 1000 Kindergärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt. Es wurde zwischen 1991 und 1998 am psychologischen Institut der Universität Würzburg in drei großangelegten Längsschnittprüfungen hinsichtlich seiner Wirksamkeit überprüft und ständig wissenschaftlich weiterentwickelt. Vor allem die Kinder, die beim Lesen- und Schreibenlernen gefährdet sind, profitierten von dem Förderprogramm. Besonders wichtig ist, dass es beim WTP nicht darum geht, bereits im Kindergarten mit dem Lesen und Schreiben zu beginnen und der Schule somit etwas »vorweg zu nehmen«. Ziel ist nicht, dass die Kinder Buchstaben lernen, sondern ihr Sprachgefühl zu fördern. Durch die täglichen Übungen lernen die Kinder, auf den Klang von Lauten, Silben und Wörtern zu achten. Wichtige Vorläuferfertigkeiten für das Lesen- und Schreibenlernen werden spielerisch gefördert . Die Regelmäßigkeit (jeden Tag ca. 10 Minuten) und die Wiederholung spielen dabei gerade für die schwächeren Kinder eine große Rolle.